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Mit geschlossener Teamleistung zum Derbysieg

Es gibt sie in jeder Sportart: die Derbys. Was im Fußball Gelsenkirchen gegen Dortmund ist oder im Eishockey Düsseldorf gegen Köln, ist im bergischen Football Solingen gegen Remscheid.

Die letzte Begegnung der beiden Vereine liegt knapp 20 Jahre zurück: 1995 spielten in der zweiten Liga die bergischen Löwen Remscheid gegen die Solingen Hurricanes, beide Mannschaften gewannen damals jeweils im eigenen Stadion. Wird es dieses Jahr genauso aussehen?

Die Paladins haben gestern ihr Bestes gegeben, um die Remscheider vom Platz zu fegen:
Der Cointoss entschied sich um genau 17:00 Uhr für das Kickoff Team der Solingen Paladins, nicht unbedingt das, was man sich gewünscht hatte, doch die Defense kam mehr als gut ins Spiel. Nach vier gescheiterten Versuchen des Amboss‘ über die zehn Yard zu kommen, puntete man und die Paladins Offense betrat den Platz. Jedoch verweilten sie nicht allzulange da, da ein Fumble für den turnover sorgte und die eigene Defense wieder einmal ran musste.

Doch so gut sie in den ersten Zügen drin waren, umso überraschter schien man über den amerikanischen Zuwachs Jeffrey Dubose mit der Nr. 41. Dieser regelte im Laufe des Spiels alles, was von Remscheider Seite aus zu sehen war. Nach dem Ballverlust der Solinger in den ersten Minuten übergab der Quarterback ihm den Ball und blitzartig verschwand dieser in Richtung Endzone, die er auch unaufhaltsam erreichte und für die ersten Punkte in diesem Derby sorgte. Mit anschließendem PAT stand es nach wenigen Minuten 0:7 für die Gäste.

Was ein Spieler beim Amboss machte, zeigte ein ganzes Team auf der Gegenseite. Der Quarterback Jeremy Konzack hatte große Auswahl in den nächsten Zügen: Die Runningbacks Daniel Rennich, Thilo Lindenberg und Michael Prawinski erkämpften immer wieder Yard um Yard. Ebenso waren die Wide Receiver an diesem Tag sehr gut in Form: Konzack fand immer wieder Receiver Marlon Anastasopoulos und Peter Pinter, wobei Letzterer schließlich einen weiten Pass von Konzack fing und den Ball bis in die Endzone trug. Mit anschließendem PAT, geschossen von Daniel Rennich, stand es also 7:7.

Doch die Antwort der Remscheider ließ nicht lange auf sich warten. Dubose ist es wieder der den gekickten Ball fängt und ihn bis in die Endzone zu einem Kickoffreturn Touchdown trägt. Inklusive Extrapunkt steht es kurz nach dem ersten Touchdown der Paladins 7:14.

Nach vier Versuchen der Gastgeber über die abgesteckten zehn Yards zu kommen, wurde gepuntet und der Amboss stellte wieder die Offense auf das Feld und im zweiten Versuch ging ein langer Pass wieder auf die Nr. 41, der den Ball bis in die Endzone tragen konnte. Die Schiedsrichter entschieden sich aber gegen die Gültigkeit, da vor dem Pass ein Regelverstoß der Nr. 48 aus Remscheid begangen worden war.

Die Offense war nun hellwach. In den letzten Zügen des ersten Quarters waren es wieder Daniel Rennich und Marlon Anastasopoulos, die den Ball weit nach vorne brachten. Bis schließlich, Anfang des zweiten Quarters, drei Yards vor die Endzone des Amboss‘, Runningback Thilo Lindenberg sich durchkämpfte und sich mit sechs Punkten belohnte. Den von Rennich geschossenen PAT werteten die Schiedsrichter allerdings als fehlgeschlagen und so stand es 13:14 für die Gäste.

Dann wurde es etwas kurioser: Der vom Center des Amboss‘ gesnapte Ball ging etwas zu weit nach hinten und dadurch war die Nr. 41 gezwungen, ihn aufzunehmen und er wurde dann an der eigenen 18 Yardline zu Fall gebracht.
Noch kurioser wurde es, als der zweite Snap ebenfalls zu weit nach hinten ging und der vom College eingeflogene Patrick Poetsch den Ball nicht sichern konnte und ihn so mit dem Fuß zweimal weiter in die eigene Endzone kickte, bevor ein Paladin den Ball erreichen konnte. Hierbei handelte es um eine Regelwidrigkeit und diese wurde, da das Geschehen in der Endzone stattfand, mit zwei Punkten für einen Safety belohnt. 15:14 lautete der neue Stand nach diesen etwas undurchsichtigen Minuten.

Daniel Rennich und Namensvetter Schöps wechselten sich nun ab und errungen einen First down nach dem Anderen. Doch der Zweite von Schöps war der Entscheidende: Der Snap fand an Mittellinie statt, Schöps fing an der 33 Yardline und daraufhin fand Konzack die Nr. 8 Peter Pinter, welcher bis in den abgesteckten zehn Yardraum des Amboss‘ gelang und sechs Punkte für die Paladins holte. Einen Weiteren holte Rennich mit dem Schuss durch die Gabeln und erweiterte den Punktestand auf 22:14.

Die darauffolgenden vier Versuche des Amboss‘ liefen eher schlecht als recht: Beim Ersten setzt Magnus Westhoven den Quarterback so unter Druck, dass er hinter der gedachten Line of Scimmage ins Aus laufen musste und somit Yard verlor und an der eigenen 21 starten musste. Der im zweiten Versuch geworfene Pass fand keinen Receiver, woraufhin im dritten die Nervosität zu steigen schien, denn ein Amboss Spieler startete vor dem Snap und das zwang den Amboss fünf Yards weiter hinten anzufangen, wo der Quarterback den Ball auf Grund von Druck der Defenseline fallen ließ, er jedoch kurz vor der Endzone gesichert werden konnte.
Die Coaches des Amboss‘ schickten für den vierten Versuch das Punting Team auf das Feld, doch zum Punt kam es erst gar nicht: Der gesnapte Ball ging über den Kicker hinweg und konnte in der Endzone gesichert werden, was aber zwei Punkte durch einen Safety für die Paladins und einen neuen Spielstand von 24:14 bedeutete.
Bis zur Halbzeit waren es dann noch einmal Anastasopoulos und Rennich, die für Jubel aber jedoch nicht für Punkte vor der Halbzeit sorgten. Somit ging man recht zufrieden mit 22:14 in die Halbzeit, für die volles Programm geplant war.

Der Liveact Erwin Paech, der schon vor Kickoff einheizte, sang sich in die Herzen der Zuschauer um kurz darauf von den Cheerdancern des CLL abgelöst zu werden, die ihren Meisterschaftstanz vorführten.

Die zweite Halbzeit des Derbys wurde angepfiffen und in den ersten Minuten ging es geradezu hin und her. Unvollständige Pässe an die Receiver, nachdem Marlon Anastasopoulos nach einem Zusammenstoß verletzt vom Platz musste, und starke Läufe von Rennich auf der einen Seite und immerzu Runs der Nr. 41 auf der anderen Seite. Bis einer dieser Runs der 41 es bis die Endzone der Paladins schaffte und den Spielstand erneut zu 24:21, inkl. PAT, veränderte.
Vor Ende des dritten Quarters zeigten die Paladins noch einmal eindrucksvoll, dass sie eine Reihe von Topspielern im Kader hatten, denn jeweils Rennich, Pinter und Schöps liefen immer weiter Richtung Endzone, wo Rennich es nach Quarterwechsel perfektionierte und sich in die Endzone schmuggelte. Nach einer überworfener two-point-conversion stand es 30:21.
Während des Touchdowns kam es von Seiten des Amboss‘ zu einem persönlichen Foul an einem der Paladins, was diese zum Kickoff bis zur 50 Yardline brachte.

Im letzten Quarter, das hauptsächlich aus Runs des amerikanischen Runningbacks des Amboss‘ bestand, zeigte Teamcapitän Schürrer nochmal was ein Defender seiner Art konnte und schnappte sich den Ball aus der Luft, der eigentlich für den gegnerischen Receiver gedacht war. Damit brachte er seine Offense wieder auf den Platz, die außer jede Menge Yards keine Punkte vor dem Abpfiff mehr tätigen konnten und so lief gegen 20:15 am Montagabend die Uhr ab und die Paladins gewannen das bergische Derby mit 30:21 gegen den Remscheid Amboss.

Die ca. 1500 Zuschauer belohnten sie mit ohrenbetäubendem Lärm. Aus Überall schienen sie zu kommen: Das Lila der Langenfeld Longhorns war zu sehen, ebenso wie das Maroon der Wuppertal Greyhounds. Für Peter Pinter waren extra aus Düsseldorf einige Spieler der Typhoons angereist.

„Mit einem solchen Ansturm haben wir nun wirklich nicht gerechnet, aber es freut uns natürlich umso mehr, dass der Solinger Football auch Spieler aus den Nachbarstädten anlockt!“, so Michael Prawinski, Spieler und Vorstandsmitglied.

„Es war ein sehr faires Spiel und wir haben absolut verdient gewonnen!“, so Headcoach Gunnar Peschelt, der nach Abpfiff hoch zufrieden auf dem Platz steht. „Eine geschlossene Teamleistung hat heute mehrere starke Einzelspieler besiegt und darauf können wir sehr stolz sein. Die Jungs haben wieder einmal bewiesen, was sie drauf haben!“

Einen Spieler des Tages gibt es nach einem solchen Duell nicht. Die geschlossene Teamleistung hat heute gesiegt und da darf sich jeder Einzelne für auf die Schulter klopfen.

Diesen Sonntag geht es schon weiter: Nach drei Heimspielen in Folge, fahren die Paladins in die Nachbarstadt zu den Langenfeld Longhorns.
Auch hier darf man sich auf ein sehr spannendes Duell freuen!
Die Langenfelder stehen momentan auf dem zweiten Platz der Tabelle, nur geschlagen von den Assindia Cardinals, aber mindestens ebenso knapp wie die Paladins geschlagen worden sind.

Weitere Fotos des Spieltages finden sich im Album. © Mandy Dietz

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