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Michael Tiedge ist neuer stellvertretender Headcoach

Vor einiger Zeit hat Cheftrainer Bernd Janzen Michael Tiedge als neuen Stellvertreter bekannt gegeben. Nach Beratungsgesprächen zwischen dem HC und Vorstand, sowie anderen Trainern, fiel die Wahl der Neubesetzung auf Coach Tiedge. Wir hatten uns im Vorfeld schon Gedanken gemacht, wer die Position nach DC Tim Rüttgers besetzen könnte. Coach Rüttgers muss aus beruflichen Gründen leider etwas kürzer treten. Dabei haben wir Bernd Janzen so geht es geht bei der Entscheidung unterstützt.so Ingo Hübner, 2.Vorsitzender.

Coach Tiedge ist in der Vorbereitung zur Saison 2019 als DB Coach zu den Paladins gestoßen und stellte sich als wahrer Glücksgriffheraus. Durch seine langjährige Coaching Erfahrung und vor allem seine Tätigkeiten bei den verschiedensten Verbänden war er die richtige Wahl für die Neubesetzung des Assistant HC. In einem Interview haben wir ihm einige Fragen gestellt um ihn und die Position des AHC´s für euch genauer zu beleuchten.

Michael, du bist letztes Jahr in der Preseason als DB Coach zu den Paladins hinzugestoßen. Deine letzte Tätigkeit war vorher bei den Cologne Crocodiles. Wie kam es zu dem Wechsel aus der GFL1 zu den Solingen Paladins und was waren deine ersten Eindrücke?

Nach der Beendigung meiner Trainerzeit bei den Crocodiles hatten mich der damalige HC der Herren Cevin Conrad und der DC der U19 René Neunzig angesprochen. Dabei ging es erstmal um eine Stelle als Positionscoach bei den Solingen Paladins . Ich kannte die beiden aus unserer gemeinsamen Zeit in Köln und daher wusste ich in etwa was mich erwartet. Nachdem ich mir einige Trainingseinheiten angeschaut hatte, war ich positiv überrascht wie familiär doch das Training und Gefüge in Solingen ist. Mir ist aufgefallen das der Begriff Football Familiein Solingen vom Vorstand über Coaches bis hin zum individuellem Spieler gelebt wird und nicht bloß eine Floskel ist. Zusätzlich war es sehr reizvoll für mich in einem Verein tätig zu werden, wo die vorhandene Struktur es ermöglicht als Positionstrainer aktiv gestalten zu können. Das war ich aus einem GFL 1 Team, in dem die Strukturen sehr starr sind, nicht gewohnt und machte das Arrangement bei den Paladins noch interessanter. Hier kann man sich mit seinen Erfahrungen in den verschiedensten Bereich einbringen und den Verein auf dem Weg zum nächsten Ziel unterstützen.

Die aufgeführten Aspekte in Kombination mit dem Gefühl direkt ein Teil des Teams zu sein und kein Fremdkörper, bildeten die Grundlage meiner Entscheidung zu wechseln. Zudem wird hier sehr hochklassiger GFL2 Football gespielt, sowie von Vereinsseite aus klare und realistische, sportliche Ziele gesetzt.

Du hast mit uns nun als DB Coach eine gesamte Saison zusammen gearbeitet und hast einiges erlebt. Was ist dein persönliches Resume aus dem Jahr 2019 bei den Paladins?

Es war eine sehr bewegte Saison. Wir haben sehr gut angefangen und spannende, hart umkämpfte Spiele für uns entscheiden können. Oftmals war es dabei der große Kampfgeist der Mannschaft, welcher uns zu Beginn aussichtslose Spiele noch drehen ließ. Ein weiterer Grund dafür war auch die gute Umsetzung von Adjustments und Änderungen der Coaches. Es war sehr schön zu sehen, das die Spieler welche auf dem Feld standen auch im 4. Quarter nicht aufgehört haben an sich zu glauben. Die Moral des Teams war 2019 schlichtweg außergewöhnlich gut. Ich bin sehr beeindruckt davon was es ausmachen kann, wenn das Team miteinander spielt und zusammen hält.

Den Wechsel der HC Position zum letzten Drittel der Saison haben wir verarbeiten können. Sicherlich ist das Ganze nicht geräuschlos von statten gegangen, aber wir haben die Saison 2019 durch ein Zusammenrückender Coaches und Spieler ordentlich beendet. Wir haben das Maximum aus der Situation geholt. Natürlich gab es auch Spiele welche nicht so ausgegangen sind wie wir uns das vorgestellt haben. Ich erinnere mich da alleine an die beiden Spiele gegen unseren Derbynachbarn aus Langenfeld. Hier waren uns die Longhorns überlegen und wir haben nicht die richtigen Mittel finden können um die Spiele zu gewinnen. Aber auch positive Spiele wie z.B. gegen die Fighting Pirates will ich hier hervorheben. Auch wenn wir bei diesem Spiel knapp unterlegen waren, bin ich begeistert davon wie hart unser Team gekämpft hat um mit dem späteren GFL Aufsteiger mitzuhalten. Klar gibt es auch Dinge abseits des Spielfeldes, welche nicht optimal gelaufen sind. Aber diese haben wir erkannt und arbeiten daran. Abschließend spiegelt die Platzierung in der Abschlusstabelle nicht wider, welch eine grandiose Leistung das Team vollbracht hat. Doch auch daran kann man noch arbeiten und ich bin mir sicher das wir auf dem was wir 2019 geleistet haben, aufbauen können.

 

Bereits einige Zeit vor der Corona Krise hat dich unser neuer HC Bernd Janzen als AHC bekannt gegeben. Was bedeutet diese Veränderung für dich und was sind deine neuen Aufgaben?

Für mich ist es eine besondere Ehre gewesen das der HC mich zum AHC ernannt hat. Gerade dadurch das ich erst ein Jahr bei den Paladins bin, freue ich mich sehr darüber das die Wahl auf mich gefallen ist. Das bedeutet natürlich das, im Vergleich zu meiner vorherigen Stelle als Positionscoach  mehr geleistet werden muss. Man steht als Assistent Headcoach mehr im Fokus des gesamten Teams. Mehr Vorbild, mehr Aktivität und mehr Verantwortung sind hier die drei Schlagworte für mich. Als AHC rückt die Führung der gesamten Spieler des Vereins in den Vordergrund aber genauso steigt auch die Erwartung gegenüber allen. Dazu zählen auch der Vorstand oder HC Bernd Janzen.  Als rechte Hand des HC´s sehe ich mich als Bindeglied zwischen dem Team, den anderen Coaches und dem Cheftrainer. Nicht jeder Spieler will mit seinen Problemen zum Beispiel den HC belasten, solche Dinge muss ich in Zukunft auffangen. Es geht aber auch darum dem Headcoach organisatorisch den Rücken frei zu halten. Effektiv versuche ich ihm alle Arbeiten abzunehmen welche nicht mit der direkten Leitung des Herrenteams zu tun haben. So sollte der administrative Aufwand den ein GFL2 Team mit sich bringt für Bernd möglichst gering gehalten werden. Die Organisation drum herum ist einfach nicht die Aufgabe eines HC´s und das ist nun genau mein Job. Ich stelle mich diesen zusätzlichen Aufgaben sehr gerne, zumal ich weiterhin auch meine Unit coachen werde. Ich freue mich sehr darüber, auch wenn der neue Platz in der Hierarchie des Vereins weitaus mehr Verantwortung und einige Veränderungen mit sich bringen wird. Ich hoffe ich kann sowohl meinen eigenen, als auch den Anforderungen  gerecht werden und werde in der kommenden Saison mein bestes geben.

Als AHC bist du nun eine feste Säule im System der Coaches und des Vereins. Gibt es noch andere Bereiche im Verein in denen du dich längerfristig einbringen wirst?

Ich habe immer gesagt wenn ich für einen Verein tätig bin, dass ich dann meine gesamten Kompetenzen zur Verfügung stelle. Durch meine langjährige Erfahrung und Tätigkeit in den verschiedenen Verbänden, stehe ich auch hier gerne als Berater zur Verfügung. Durch diese Tätigkeiten kennt man vielleicht einfach einige Abläufe und Verfahrensweisen, welche dem HC oder dem Vorstand beispielsweise nicht zu 100% bekannt sind. Gerne vertrete ich den Verein auch auf Sitzungen des Verbandes da mir die Abläufe einfach bekannt sind und ich somit auch den Vorstand entlasten kann. Dadurch das man sich kennt sind manche administrativen Wege kürzer und ersparen somit wichtige Zeit um den Fokus auf andere Dinge legen zu können. Ein gut funktionierendes Netzwerk im Deutschen Football ist schlichtweg sehr wichtig. Hier nutze ich auch gerne meine Erfahrungen aus 25 Jahren Trainertätigkeit sowie meine Kontakte zu anderen Vereinen, Trainern oder zu Spielern um die Paladins zu unterstützen. Gerne unterstütze ich auch den Jugendbereich der Paladins, denn das ist unsere Grundstein. Das habe ich bereits einige Male gemacht, wenn dort beispielsweise ein Trainer ausfällt. Natürlich können auch die HC´s der Jugendteams auf mich zu kommen und können sich sicher sein, dass ich immer helfe wenn ich es kann. Da unser Trainerstab in der Jugend noch relativ jung ist, kann ich hier sicherlich helfen gewisse Abläufe oder das allgemeine Training mit den HC´s gemeinsam zu optimieren. Ganz wichtig ist mir dabei aber auch, dass man immer gemeinschaftlich zusammen arbeitet. Dabei kommt es darauf an, dass man sich nicht fest fährt und immer nach rechts und links schaut um gemeinsam etwas großes auf die Beine zu stellen. So kann auch ich noch was von meinen Trainerkollegen dazu lernen.

Was hat dich dazu bewegt, deine Tätigkeit bei den Paladins nicht nur weiterzuführen, sondern sogar noch zu erweitern?

Das ist relativ einfach zu erklären. Ich habe keine Minute im Jahr 2019 darüber nachgedacht mir einen neuen Verein zu suchen. Die offene und herzliche Art im gesamten Verein der Paladins ist einfach einzigartig. So habe ich mich sehr darüber gefreut, dass die Signale für eine langfristige Zusammenarbeit seitens der Paladins positiv ausgefallen sind. Ich bin eh jemand der sich gerne langfristig für einen Verein engagiert und daher war für mich klar das ich gerne weiter in Solingen bleiben möchte. Ich fühle mich sehr wohl als Paladin, kann mich gut einbringen und die Arbeit welche ich mache wird wert geschätzt. Durch diesen guten Grundstein war es für mich auch einfach einen erweiterten Posten im Verein zu übernehmen, auch wenn er einen höheren Zeitaufwand mit sich bringt. Wenn man etwas gerne macht, fällt es einem leicht noch mehr Kraft, Energie und Zeit aufzubringen. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand und dem HC macht mir sehr viel Spaß und mein Job gibt mir glücklicherweise die Freiheit mein Engagement hier auszubauen. Zusätzlich gefällt mir,   was die Paladins noch um den Football herum auf die Beine Stellen. Auch hier freue ich mich wenn ich bin beteiligen kann und das gesamte Gefüge noch enger zusammen wächst.

Was war deine schönste Erfahrung in der letztjährigen Spielzeit?

Hier schießen mir direkt zwei Dinge in den Kopf, welche 2019  für mich zu einem besonderem Jahr gemacht haben. Zum einen der Sieg in Hamburg. Hier bin ich einfach davon begeistert wie lange wir zurück gelegen haben und das Spiel dann doch noch gedreht und gewonnen haben. Das war ein sehr aufreibendes  und  emotionales Erlebnis für mich, welches mich stolz macht Teil dieses Teams zu sein. Zum anderen ist die Weihnachtsfeier am Ende des Jahres für mich ein absolutes Highlight gewesen. In all meinen Jahren als Trainer habe ich in keinem anderem Verein eine so tolle Veranstaltung miterlebt. Hier geht ein großes Lob an den Paladins Vorstand, wie gut die Weihnachtsfeier organisiert war und wie unglaublich schön das ganze durchdacht gewesen ist. Die Weihnachtsfeier der Paladins ist damit für mich eine absolute Pflichtveranstaltung geworden. Dort konnte man  in dieser riesigen Familie gemeinsam einen grandiosen Abend zusammen verbringen. Jeder der da nicht hin geht, ist selber schuld. Chapeau!

Wie lässt es sich miteinander vereinbaren AHC zu sein und parallel eine Unit die DB´s zu coachen?

Das lässt sich relativ gut miteinander vereinbaren. Denn in dem Moment wo vom Cheftrainer der Pfiff auf dem Platz ertönt, haben wir einen klar strukturierten Plan. Jeder Trainer weiß zu jeder Minute was er zu tun hat. Das ist ganz klar durch den Ablaufplan des HC´s geregelt, so kann ich mich während des Trainings voll und ganz auf meine Unit konzentrieren und das funktioniert bis dato wunderbar.

Zum Schluss- der Corona Virus betrifft uns alle. Was tust du dafür die Spieler und Coaches weiterhin bei der Stange zu halten und fit zu bleiben?

Hier mussten wir auf Grund der Veränderungen klar umdenken. Wir als Coaches haben dafür zu sorgen das unsere Spieler in erster Linie gesund bleiben. Aber wir haben auch einen klaren Coaching Auftrag der nun neu überdacht werden musste. Aktuell haben wir Trainingspläne für zu Hause raus gegeben welche die Jungs durchführen um fit zu bleiben. Zusätzlich nutzen wir einige digitale Medien um Videomeetings mit unseren Spielern abzuhalten. In diesen werden Theorieeinheiten durchgeführt um Spielzüge oder allgemein das Playbook zu studieren. Aktuell ist es eben sehr wichtig trotz der Auflagen weiterhin Verbindung zu seinem Team zu halten und diese Zeit gemeinsam durch zu stehen. Nach meinem Empfinden klappt das alles auch sehr gut, auch wenn man das Ganze natürlich nicht mit einem realem Training und der Saisonvorbereitung auf dem Platz vergleichen kann.

Abschließend möchten sich die Solingen Paladins nochmals besonders bei Tim Rüttgers bedanken. In den vergangenen Jahren war er als DC, Assistant HC und HC eine der prägenden Figuren im Solinger Football. Wir hoffen das Tim uns nun als DC und Coach noch lange erhalten bleibt und freuen uns auf weitere, gemeinsame Jahre.