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23.05.2022

Fehlstart nach Maß

Solingen Paladins starten mit einer 6:38 Niederlage gegen den Lokalrivalen Langenfeld Loghorns

Bei perfektem Footballwetter und vor einer großartigen Kulisse mit knapp 1000 Zuschauern starteten die Footballer der Solingen Paladins in ihre GFL 2-Saison. Weder die Solinger noch die Langenfelder wussten vor dem Anpfiff, wo sie sich selber sportlich einsortieren sollten. Zu viele Faktoren machten die Saisonvorbereitung zu einer wahren Wundertüte. Dass die Longhorns letztendlich mit einer sehr breiten Brust das Stadion verlassen würden, hätte im Vorfeld so niemand vermutet. Doch alles der Reihe nach.

  1. Quarter

Der erste Angriff der Paladins endete nach drei kurzen Spielzügen. Schon direkt zu Beginn konnte man erahnen, dass die Longhorns mit einer sehr aggressiven Defensiv-Taktik das Spiel bestimmen und dem Solinger Angriff um Quarterback Jeremy Konzack kaum Luft zum Atmen geben wollten. Langenfeld machte es offensiv deutlich besser und überbrückte mit wenigen Spielzügen das Feld. Besonders das sehr solide Kurzpassspiel sollte den Paladins noch viel Kopfzerbrechen bereiten. So stand es nach wenigen Minuten erst 0:7 und dann kurz darauf 0:14.  

  1. Quarter

Direkt zu Beginn des 2. Quarters klopfte Langenfeld abermals an der Solinger Endzone an. Ein Pass des Longhorns-Quarterbacks schien in den Händen des Neu-Solingers Michael Sohn zu landen. Das Publikum feierte schon die gelungene Aktion, doch statt einer Interception konnte der amerikanische Receiver den Ball noch irgendwie erobern und somit das 21:0 für Langenfeld erzielen. Die Paladins fanden im weiteren Verlauf zwar immer besser ins Spiel, allerdings wurde fast jede erfolgreiche Aktion von einer bzw. mehreren gelben Flaggen der Schiedsrichter begleitet, was meist zu Raumverlust statt Raumgewinn führte. Insgesamt schienen die Flaggen bei einigen Referees an diesem Tag sehr locker zu sitzen, was zu vielen, teilweise sehr langwierigen Diskussionen führte. Negatives Highlight des Quarters war die Hinausstellung des Solinger Teamcaptains, Jan Berens, dem während einer unübersichtlichen Situation eine Tätlichkeit vorgeworfen wurde. Trotz aller Diskussionen musst Berens den Platz verlassen.  So gingen die Teams mit 0:21 in die Halbzeit.     

  1. Quarter

Die zweite Halbzeit begann, wie die Erste aufgehört hatte – Langenfeld erarbeitete sich Meter um Meter und schloss den ersten Angriff mit einem langen Pass auf einen der beiden gut aufgelegten, amerikanischen Receiver ab. Das 0:28 entschied das Spiel schon wenige Minuten nach der Halbzeit. Die Solinger kämpften sich über den überragenden Runningback, Moses Harris, immer wieder an die gegnerische Endzone heran und feierten dann auch die vermeintlich ersten Punkte durch Cole Williams. Doch auch hier kam es zu einer sehr strittigen Situation – die verantwortliche Schiedsrichterin wertete den in die Endzone ausgestreckten Ball als Fumble und somit als Ballverlust, der zeitgleich zu einem Wechsel des Angriffsrechts führte. Statt des Anschluss-Touchdowns war Langenfeld wieder am Drücker. Diese ließen sich nicht lange bitten und erhöhten kurzum per Pass auf 0:35. Von den Zuschauern weiterhin unermüdlich angetrieben, kämpfte sich die Solinger Offense immer wieder nach vorne. Zählbares sprang dabei jedoch nicht heraus. Im Gegenteil, Receiver Julien Awater wurde bei einem Tackling unglücklich am Knie getroffen und musste noch während des Spiels ins Klinikum gebracht werden. Die endgültige Diagnose steht derzeit noch aus.

  1. Quarter

Die Geschichte des 4. Quarters ist schnell erzählt. Langenfeld kam noch einmal nah an die Endzone der Paladins und erzielte per Fieldgoal das 0:38. Die Solinger wollten mit aller Gewalt auch noch Punkte auf die Anzeigetafel bringen und so war es dann Moses Harris, der seine großartige Leistung mit einem kurzen Lauf zum 6:38 belohnte.

Nun heißt es, „Wunden zu lecken“ und sich auf das schwere Auswärtsspiel am nächsten Wochenende beim Aufsteiger in Paderborn vorzubereiten. 

 

Kommentare zum Spiel

Michael Tiedge, Headcoach: „Langenfeld war heute fraglos das bessere Team. Wir haben viel zu viele Fehler gemacht und uns so immer wieder aus vielversprechenden Situationen herausgebracht. Wir haben viel Arbeit vor uns.“

Tim Rüttgers, Defensiv-Coach: „Wir sind heute in allen Bereichen weit unter unseren Möglichkeiten geblieben. Das war eine verdiente Niederlage, auch wenn sie weh tut.”

 Ingo Hübner, 1. Vorsitzender: „Mit einer Niederlage darf man nicht zufrieden sein. Besonders, wenn so viele Dinge wie heute schieflaufen. Nun müssen wir schnellstmöglich schauen, woran es gelegen hat und wie wir diese Fehler abstellen können.“

Foto: Luis, Daniel