Verein

Geschichte

Die Solingen Paladins wurden am 31.03.2006 von den drei begeisterten Solinger Footballspielern Dominic Hardt, Sven Theophil und Arne Plümacher gegründet. Das Bestreben war es, in Solingen mit seiner langen Football-Tradition den Sport wieder aufleben zu lassen und das große Potential, das in Solingen schlummert, auszuschöpfen. Aufgrund eines gut geplanten und lange durchdachten Konzeptes gestaltete sich der Anfang überraschend positiv. Das Echo in Solingens Sportwelt war groß und das Interesse vieler Sportler geweckt. 

Somit konnte schon zügig das erste Ziel in Angriff genommen werden: Die Teilnahme am Spielbetrieb in der Landesliga NRW 2007! 

Trotz einer chaotischen Saison, die von Mannschaftsrückzügen, Spielabsagen und Verletzungspech getrübt war, konnten die Paladins zum Schluss einen hervorragenden zweiten Platz in der Landesliga belegen und mussten sich im Aufstiegsspiel nur knapp dem Favoriten Aachen Vampires mit 13:6 geschlagen geben. Dennoch konnte die Teilnahme mit einem Team von über 40 Aktiven und einem Zuschauerschnitt von 400 Zuschauern als voller Erfolg gewertet werden! Nachdem man schon in die Planungen für die Landesligasaison 2008 gegangen war, überraschte der Verband die Paladins mit frohen Kunde, dass man als Nachrücker nachträglich in die Verbandsliga aufsteigen würde. Die Freude über die Nachricht war groß, kam diese doch auch ausgerechnet zur Weihnachtszeit. Aber man beschloss auch, in der nächsten Saison keine Geschenke zu verteilen.

 

Voller Optimismus starteten die Paladins in die Saison 2008, getrieben von einer Euphorie, die dem Team genauso wie der frühzeitige Ausfall von wichtigen Leistungsträgern überraschend stark zu schaffen machte. Mit durchwachsenen Ergebnissen spielte man sich durch die Saison und fokussierte sich somit bereits frühzeitig auf die kommende Spielzeit. Dass ausgerechnet die Gelsenkirchen Devils die Meisterschaft verdientermaßen für sich entscheiden konnten, damit hatten die Solingen Paladins nach zuvor vier Siegen in Folge in der vergangenen Landesligasaison nicht gerechnet. Aber aufgeschoben ist eben nicht aufgehoben. Nach einer Umstrukturierung im Vorstand, in welchem noch das einzige Gründungsmitglied Sven Theophil verblieb, besann man sich auf eine neue  Zielsetzung für die Zukunft. Die Kooperation mit der Jugendmannschaft der Solingen Steelers wurde konsequent ausgebaut, was bedeutete, dass die Paladins an einem reich gefüllten Pool an jungen, gut ausgebildeten Nachwuchstalenten partizipieren konnten. Darüber hinaus fanden weitere talentierte Footballspieler den Weg in die Klingenstadt, so dass mit einer gesunden und realitätsbezogenen Zuversicht die Verbandsligasaison 2009 in Angriff genommen wurde.

 

Und diese Saison sollte es in sich haben! Vom ersten Spieltag an bestimmten die Paladins das Geschehen in der Verbandsliga und dominierten die Gegner besonders mit ihrer unglaublich starken Defense nach Belieben. Am Ende dieser Spielzeit stand nicht nur eine „Perfect Season“ inklusive Aufstieg in die Oberliga NRW zu Buche, in welcher die Defense der Solinger die bundesweit zweitbeste Abwehr im Seniorenbereich stellte, auch in Sachen Zuschauer wurden neue Rekorde aufgestellt. So fanden teilweise weit über 600 Zuschauer den Weg ins altehrwürdige Walder Stadion. Durch das engagierte Wirken der zahlreichen Helfer gewann zusätzlich der Unterhaltungsfaktor abseits des Spielfeldes massiv hinzu.

 

Nach der erfolgreichen Saison 2009 stand dann das Abenteuer Oberliga 2010 auf dem Programm. Als Aufsteiger wollte man sich nicht unter Wert verkaufen und mindestens um das obere Drittel mitspielen. Dass dies bis zum drittletzten Spieltag mit einer kontinuierlichen Tabellenführung sogar noch übertroffen wurde, sorgte für einen zusätzlichen Schub innerhalb des Vereines und seines Umfeldes. Nach einer unnötigen Niederlage, der ersten seit fast 2 Jahren, gegen die Cologen Falcons II kam es dann zum entscheiden Spiel um den Aufstieg in Regionalliga NRW. Und wiedereinmal hieß der Gegner, wie schon im Jahr 2007, Aachen Vampires. Das Hinspiel konnten die Paladins für sich entscheiden. Im Nachhinein mussten die Paladins sich nach einem dramatischen Spiel mit 7-0 geschlagen geben. Dies war der verdiente Aufstieg für die Aachen Vampires. Auch wenn man sich erneut den Vampiren beugen musste, war die Saison ein weiterer Erfolg in der kurzen Vereinsgeschichte. Als Aufsteiger scheiterte man mit nur „3“ Touchdownpunkten am Aufstieg und wurde dennoch ein stolzer Vizemeister.

 

2011 startete mit einem absoluten Highlight: Im Charitybowl schaffte man es, ein Traditionsteam aus ehemaligen Spielern der Solingen Hurricanes auf die Beine zu stellen. 1200 Zuschauer feierten ihre alten Helden. Optischer Höhepunkt war der Auftritt des Cheerleadersquats der Canes unter der Leitung ihrer Trainerin Nicole Pohlmann.

Mit dem Regionalligaabsteiger Bochum Caderts und dem Aufsteiger aus der Verbandsliga, den Cologne Crocodiles, ging es nun erneut auf Punktejagd in der Oberliga NRW. Auch wenn die Qualität der Gegner in der Saison sicherlich weitaus besser war als in den Vorjahren, garantierte der einzigartige Zusammenhalt der Paladins-Familie viele spannende und unterhaltsame Spiele in der Walder Jahnkampfbahn! Wie so oft kam es auch in diesem Jahr direkt zu Beginn  zum Traditionsderby mit den Freunden aus Gelsenkirchen. Deutliche Siege gegen die Falcons und die Devils sollten der Auftakt zu einer gelungenen Saison sein. Schon schnell kristallisierte sich ein Zweikampf um den Aufstieg mit den Bochum Cadets heraus. Beide Teams waren bis zum ersten Aufeinandertreffen im Walder Stadion ungeschlagen und lieferten sich dort einen erbitterten Kampf. Bochum führte über das ganze Spiel hauchdünn, bis die Paladins Sekunden vor dem Ende vor der Endzone standen und ihre 4 Versuche erfolglos ausspielten. Mit dem Selbstbewusstsein, die Entscheidung im Rückspiel selber in der Hand zu halten, konnten die Solinger allerdings gut leben. Nach der Sommerpause wurden die Cologne Crocodiles mit einem fulminanten Schlussspurt niedergerungen und die restlichen Gegner erwartungsgemäß besiegt. Einzig im Spiel gegen die Devils zeigten die Solinger Nerven und verloren unerwartet. Somit waren alle Vorteile bei den Bochumern, die diese auch zu nutzen wussten. Das Rückspiel gegen Solingen fiel mehr als deutlich aus – 52 Punkte hatte das Team aus dem Ruhrpott am Ende auf dem Scoreboard. Einen versöhnlichen Abschluss gab es in der Schlusswoche als Headcoach und Quarterback Jens Merten seinen Abschied gegen die Cologne Crocodiles vor knapp 700 Zuschauern mit einem sehr emotionalen Sieg feiern konnte. Nachfolger auf der Position des Cheftrainers wurde Maik Odenhoven. Merten rückte derweil als Sportlicher Direktor in den Vorstand auf. Letztendlich war man in der Klingenstadt mit dem Vize-Meistertitel durchaus zufrieden. Vize wurde man zudem bei der Sportlerwahl des Tageblatts.

Weiterhin gab es ein so hohes Interesse an den Paladins und ihrem Sport, dass die Verantwortlichen den Schritt wagten und eine 2. Mannschaft, die P2, ins Leben riefen.

 

Mit viel Schwung ging es in die neue Saison 2012. Dieses Mal war der Aufstieg als klares Ziel im Visier. Euphorisch gestartet, fand das Team jedoch nie so richtig in die Spur. Zwar konnten die Spiele meist gewonnen werden, eine echte Dominanz wollte sich jedoch nicht einstellen. Klare Niederlagen gegen die Cologne Crocodiles sowie ein „Ausrutscher“ gegen die Leverkusen Tornados sorgten für eine frühe Entscheidung im Rennen um die Meisterschaft. Die zweite Mannschaft startete in der Landesliga West und konnte trotz guter Leistungen nur einen mittleren Tabellenplatz belegen. Besonders stark war der Auftritt der U19 unter den Coaches Björn Beu und Sayman Schwarz. Die Juniors schafften in einer unglaublichen Saison den Aufstieg in die Regionalliga (2. Jugendbundesliga) und konnten damit den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern.

Negativer Höhepunkt der Saison war sicherlich der Bruch im Team der CSP (Cheerleader), der dazu führte, dass die Abteilung zum Jahresende geschlossen wurde. Besonders tragisch war diese Entwicklung nach der ersten erfolgreichen Teilnahme des Squats an der Landesmeisterschaft im Frühjahr.

Durch den Aufstieg der Langenfeld Longhorns und den Abstieg der Aachen Vampires war allen Beteiligten klar, dass 2013 das mit Abstand anspruchsvollste Jahr werden würde. Dass direkt der Saisonauftakt  in Aachen mit 13:0 verloren gehen sollte, war allerdings nicht eingeplant und sollte sich am Ende noch rächen. Die Folgewochen zeigten zwar die Ambitionen der Paladins, aber in Spiel 5 klopfte mit den Longhorns ein schier übermächtiger Gegner an die Pforten des Walder Stadions. Langenfeld gewann einerseits, jedoch war das Spiel lange Zeit ausgeglichen. Die Sommerpause verbrachte das Team im oberen Tabellendrittel. Aus familiären Gründen übergab HC Odenhoven den Posten an seine beiden Coodinatoren Tim Rüttgers und Gunnar Peschel, die nun als Doppelspitze fungierten.  Hochspannend war das Rückspiel gegen Aachen. 13 Punkte waren im direkten Vergleich aufzuholen  – 28:20 stand am Ende auf dem Scoreboard. 5 Punkte (oder an dem Tag 30 Yards) fehlten, um an den Vampires vorbeizuziehen. Einzig ein Sieg gegen die Longhorns in der letzten Spielwoche hätte den erneuten Vize-Meister und den damit verbundenen, lang ersehnten Aufstieg in die Regionalliga bedeutet. Mit einer klaren Niederlage kehrte man jedoch in die Klingenstadt zurück. Allerdings hatte dieser vierte erfolglose Anlauf Spuren hinterlassen. 2014 sollte das Jahr der Solinger werden – so lautete das Versprechen, dass sich Trainer, Spieler und Vorstand nach der Saison gaben. Die P2 wurde nach einem durchwachsenen Jahr aufgelöst, sodass die talentierten und ambitionierten Spieler den Schritt in das Oberligateam machen konnten. Und auch Coaches wie der ehemalige Nationalmannschafts-Quarterback Mario Anastosopoulos konnten gewinnbringend eingebunden werden. Alle Kräfte sollten für das eine Ziel gebündelt werden. Entgegen vieler Bedenken startete im Sommer das Projekt Paladins Ladies mit einigen hochmotivierten jungen Damen. Ziel war die Liga-Teilnahme 2014. Unter dem neuen HC Jim Yahrling hielt die U19 die Klasse und die junge U16 gewann ihre ersten Spiele. Der Jugendbereich wurde nun komplett in den Verein integriert und der Gedanke „Klingenstadt Football“ nahm immer mehr Gestalt an.

Die Vorbereitung auf die neue Saison wurde mit einem hohen Fokus und einer  unglaublichen Disziplin durchgezogen, sodass alle Beteiligten mit Zuversicht in den Season-Opener gegen die Schiefbahn Riders gingen. Aber manchmal kommt es anders…Kurz vor Ende einer von Fehlern und Nervosität geprägten Partie führten die Riders mit 6:0 – bis Marlon Anastosopoulos (Marios Sohn) die 600 Zuschauer und sein Team mit seinem Touchdown erlöste (PAT Giuliano Schürrer) und für Siegeslaune sorgte. Die Maschine kam langsam aber gewaltig ins Rollen: einer guten Leistung gegen den hoch eingeschätzen Aufsteiger aus Mönchengladbach folgten immer deutlichere Ergebnisse. Bis es zum Aufeinandertreffen der bis dato ungeschlagenen Teams der Falcons und Paladins in Solingen kam. Während die Internetexperten Köln mit einem klaren Sieg vorne sahen, stellte sich die Realität auf dem Rasen anders dar. Mit 36:6 fegten die Klingenstädter die Falken vom Platz und ließen sich zu recht von 600 Fans feiern. Wer nun dachte, der „Fisch sei gegessen“, wurde nach der Sommerpause eines Besseren belehrt. Im Rückspiel siegten die Falcons mit 14:34 und zogen mit Punkten gleich. Der direkte Vergleich sprach hingegen erstmalig für die Solinger, die sich nun keine Niederlage mehr erlauben durften. Bis zum 28.September sollte der Platz an der Sonne gehalten werden – an diesem Tag stand das „Finale“ gegen die Sportsfreunde aus Gelsenkirchen auf dem Programm. Bei bestem Wetter brannten die Paladins vor der Rekordkulisse von 1200 Zuschauern ein wahres Feuerwerk ab und zauberten 48 Punkte auf die Tafel. Endlich war der Aufstieg perfekt! Krönender Abschluss war die große Meisterfeier mit der Kultband „Der letzte Schrei“ in der Ohligser Festhalle! Eine Kooperation mit der Tanzgruppe Klingenstadt Solingen (TKS) kompensierte das Fehlen einer eigenen Cheertruppe und fand bei den Zuschauern großen Anklang.

Das Ladies-Team fügte sich unterdessen hervorragend in die Familie ein. Nach eher wechselhaften Spiele zu Beginn konnten sie sich über die Saison von Spiel zu Spiel steigern. Cheftrainer Holger Palmer trat im Sommer von seinem Posten zurück, sodass Marcus Emgen die Lücke füllen musste. Seine Arbeit trug schnell Früchte und die Mannschaft feierte nicht nur sportliche Erfolge, sondern wuchs auch personell deutlich.

Premiere feierte auch die neu-gegründete U13 unter Headcoach Markus Blessmann-Zarda. Die „älteren“ Teams der U15, U17 und U19 legten durchwachsene Bilanzen hin, konnten jedoch ihre Ligen halten.

Organisatorisch gab es 2014 einige Veränderungen: Die beiden langjährigen Vorständler Markus Jantke und Sven Theophil wurden unter großem Applaus verabschiedet. Als Nachfolger präsentierten sich mit Michael Marku und Tanja Nadine Phillip zwei engagierte Neulinge. Marku musste jedoch nach der Saison aus persönlichen Gründen den Posten wieder frei machen. Während Jens Merten nun den Vorsitz übernahm, wurde der Football-Veteran Guido Kurkowski in den Vorstand gewählt. Gemeinsames Ziel bis zur nächsten Versammlung sollten eine Umstrukturierung und Professionalisierung der Vorstandsriege sein. Diese Mammutaufgabe wurde in der Rekordzeit von drei Monaten erfolgreich bewältigt, sodass sich im März 2015 ein neues, fünf-köpfiges Führungsteam präsentieren konnte. Während sich Merten wie angekündigt nicht mehr zur Wahl stellte, wurden neben Phillip und Kurkowski noch Verena Prust, Silke Peplies und Michael Prawinski in den Vorstand gewählt.